12.12.2013

Sehr geehrter Herr Max Muster!

Es ist kaum zu glauben, aber eben noch ist der letzte beflaumte Flügel der Auswilderungsvoliere entschwunden, und schon ist auch dieses Jahr wieder fast vorbei. Wir blicken zurück auf ein recht erfolgreiches Jahr, auch wenn die Nahrungssituation heuer für unsere Schützlinge alles andere als rosig war. Trotzdem wurde auch 2013 der kleine aber feine Wildbestand an Habichtskäuzen weiter aufgestockt, und er ist auf einem guten Weg hin zur sich selbst erhaltenden Population. Gedanklich sind wir schon auf Hochtouren, was die nächste Saison angeht, doch zuvor lassen Sie sich eine angenehme Lektüre, ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen - in diesem Sinne,
Ihr

Richard Zink
Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, VetmedUni Wien


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Wie bereits im letzten Newsletter berichtet, fand vergangenen September ein Kooperationstreffen zwischen dem National-Rehabilitationszentrum und der Veterinärmedizinischen Universität Wien statt. Das Treffen verlief höchst erfreulich, und die Slowakei ist nunmehr ein fixer Kooperationspartner des österreichischen Habichtskauz-Wiederansiedlungsprojektes.

So freut es uns auch sehr verkünden zu können, dass in den nächsten Wochen 3 Weibchen aus der Slowakei abgeholt und dann zur Blutauffrischung ins Zuchtnetzwerk integriert werden. Die offiziellen CITES-Papiere (Washingtoner Artenschutzübereinkommen für internationalen Tierhandel) für die derzeit noch in Rehabilitationszentren befindlichen Käuze gibte es schon.

Just zur selben Zeit haben wir außerdem 2 Männchen aus der Tschechischen Republik zugesagt bekommen, die sich zur Verpaarung mit erstgenannten hervorragend eignen. Das Besondere dieser Tiere ist ihre Herkunft: die Karpaten. Damit stellen sie den nächstgelegenen natürlichen Bestand im Osten Österreichs dar, und somit eine wertvolle Ergänzung zur Blutauffrischung und Zucht.





Die neuen Mieter haben nicht lange auf sich warten lassen:
Kaum war die alte Keapapageien-Voliere am Wilhelminenberg (16. Bezirk) für Habichtskäuze adaptiert, hat sich auch schon ein Pärchen für die Zucht eingefunden. Die Neuankömmlinge haben sich gut eingelebt und verstanden sich trotz stressigem Umzug sofort wieder perfekt – beste Voraussetzungen also, um auf neuen Eulennachwuchs für 2014 hoffen zu können!

Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an das Tierpflegerteam am KLIVV bzw. am FIWI!




Auch heuer musste das Dach der Freilassungsvoliere im Wienerwald vor dem Winter wieder abgebaut werden, da die Schneelast es eindrücken- und irreparabel beschädigen könnte.

Außerdem wurden die letzten Daseins-Spuren der Generation 2013 beseitigt, und damit steht einer neuen Staffel an Jungeulen für nächstes Jahr nichts mehr im Wege! Ein herzliches Dankeschön an die Helfer (Herbert, Hans, Lisa und Clara, v.r.n.l.)!





Es ist immer wieder schön, wenn man Nachricht von seinen Schützlingen in der Wildnis erhält – so geschehen Anfang Oktober, als uns Förster Ing. Rupp dankenswerter Weise ein Foto zukommen ließ, auf dem eindeutig ein Habichtskauz abgelichtet war (siehe Abbildung). Das Tier wurde von einem Besucher des Naturparks Sparbach (NÖ) entdeckt. Der Vogel hatte einen roten Fußring – das bedeutet, es handelt sich um einen von uns markierten Jungvogel aus dem Jahrgang 2013. Der Kauz war offensichtlich gut genährt und in bester Gesundheit, was uns natürlich besonders freut, denn es bestätigt, dass sich die Tiere an das selbständige Leben in freier Wildbahn gewöhnt haben und sich dabei prächtig entwickeln. Schön, die Eule in ihrem wahren Element, der Freiheit, zu wissen! (Foto Hr. Vollnhofer)

Weitere Dokumentationen gelangen im Raum Purkersdorf, wo ein ornithologisch versierter Jäger sowohl im September als auch im November einen unserer Käuze aus nächster Nähe fotografieren konnte.


Dankbar sind wir darüber hinaus über etliche Nachweise, die uns von Dipl. Biol. Martina Keilbach über das Personal der Österreichischen Bundesforste gemeldet wurden. Die Meldungen konzentrieren sich derzeit nach wie vor auf den zentralen Teil des Biosphärenparks Wienerwald.


Wir freuen uns wenn auch Sie uns ihre Beobachtungen hier mitteilen!




Seit vielen Jahren unterstützt Frau Kolar vom Blauen Kreis – der Zoologische Gesellschaft Österreichs für Tier- und Artenschutz – das Habichtskauz-Wiederansiedelungsprojekt. Wie in der Vereinszeitung „Kamerad Tier“ 3 + 4 / 2013 bereits ankündigte (siehe unten), wurden während des Sommers im Auftrag des Blauen Kreis 6 weitere Nistkästen angefertigt.

Seit einigen Tagen stehen die Nisthilfen zur Montage bereit. Aller Voraussicht nach werden sie im Naturpark Sparbach montiert, da es dort noch keine Nisthilfen gibt und die letzten Beobachtungen zuversichtlich stimmen, dass es den Habichtskäuzen dort besonders gut gefällt.

Ein herzliches Dankeschön an Frau Kolar vom Blauen Kreis und die Stiftung Fürst Liechtenstein als Grundbesitzer des Naturparks für die Möglichkeit Nisthilfen zu montieren! Artikel Kamerad Tier 3+4

Viel Dank sei auch Herrn Herbert Wurzl ausgesprochen. Er fertigte ebenfalls 4 Nistkästen an und stiftete dem Projekt alle Materialkosten. Eine der Nisthilfen wurde in seinem privaten "Urwald" am Hang oberhalb seines Wohnsitzes montiert!
Lieber Herbert, wir sind Dir sehr dankbar für dein Engagement!


Als Grundbaustein für alle Nisthilfen stellt uns die Magistratsabteilung 48 der Stadt Wien nach wie vor kostenlos ausrangierte Müllbehälter zur Verfügung. Dafür an dieser Stelle abermals vielen Dank!



Wir möchten den letzten Newsletter des Jahres gerne mit einer Bitte schließen. So uns jemand mit einer der folgenden Requisiten beglücken möchte, würde uns das nicht nur ganz besonders freuen, es würde vor allem auch das Wiederansiedlungsprojekt finanziell entlasten und damit sehr weiterhelfen:

o Feldstecher:
Wir brauchen dringend einen kleinen, handlichen Feldstecher der Firma Swarovski oder einen gleichwertigen "Pocket-Feldstecher", um im Feld für plötzliche Begegnungen mit einem unserer Käuzchen immer gut gewappnet zu sein.
Link

o Stativ und Stativkopf:
Für unser Fernrohr suchen wir ein hochwertiges Stativ und einen guten Stativkopf, damit wir im Frühjahr aus größerer Entfernung und damit ohne das Brutgeschehen der Käuze zu stören, gut beobachten und dokumentieren können.
Link - Stativ (ca. 500€)
Link - Stativkopf 1
Link - Stativkopf 2

o Teleskopschiene:
Zum Fotografieren oder Filmen durch das Fernrohr wünschen wir uns eine Telekop-Schiene.
Link (ca. 140€)

o Kletterausrüstung:
Ein wahrer Verschleiß in unserer Branche! Die Materialien wie Karabiner, Seile usw. bräuchten schon längst Ersatz, damit das Nistkasten-Netzwerk auch weiterhin – eben gefahrlos – wachsen kann.

o Spiegelfliesen:
ca. 15x15cm, für die Ausstattung neuer Nistkästen

o Stirn- und Taschenlampen:
für die Sommer-Praktikanten, die bisher nach getaner Fütterungsarbeit im Finstern mitunter durch den Wald heimstolperten.
Link - Stirnlampe (ca. 60€)
Link - Taschenlampe (ca. 300€)

o Copyshop-Kopiergutscheine:
Ein Allrounder, den wir immer gut gebrauchen können, da allzeit Not am Mann herrscht.


Jede noch so kleine Spende hilft, und wir bedanken uns schon jetzt für Ihre Großzügigkeit, die den gemeinsamen Erfolg für die kommende Brutsaison befeuert!








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