03.03.2015

Sehr geehrter Herr Max Muster!

Wir starten wieder ins neue Jahr, mit viel Elan, neuen Kooperationen und weiteren Ideen für „unsere“ Habichtskäuze. Was tut sich gerade?
Mit dem Nationalpark Kalkalpen und einer grenzüberschreitenden Kooperation nach Ungarn hat das Wiederansiedlungsprojekt neue Partner an Bord geholt. Ziel ist es dabei, weitere Nistkästen zu montieren, um die Vernetzung der Habichtskäuze innerhalb Österreichs, aber auch über die Grenzen hinaus zu verbessern.
Und die neue Brutsaison steht vor der Tür! Das gilt sowohl für die Vögel in unserem Zuchtprogramm als auch für jene im Freiland. Prognosen zu den Entwicklungen im heurigen Jahr sind allerdings noch zu früh, wir hoffen aber natürlich auf ein gutes Ergebnis.
Wir würden uns freuen, wenn Sie uns durch dieses neue Habichtskauz-Jahr begleiten und wünschen viel Freude bei der Lektüre des ersten Newsletters im heurigen Jahr.

Ihr

Richard Zink
Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, VetmedUni Wien


Aktuelle Entwicklungen zum Habichtskauz-Wiederansiedlungsprojekt können auch über die Webseite des Projektes, unter der Rubrik News verfolgt werden.


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Der erste Höhepunkte des Jahres ist zweifelsohne die Brutzeit. Es geht wieder los!
Da die Vögel zu Beginn der Brut allerdings sehr empfindlich auf Störungen reagieren, finden die frühesten Kontrollen der Nistkästen immer erst gegen Ende März statt.

Um jedoch sicher zu gehen, dass mit den Nistkästen, die in den vergangenen Jahren schon zum Brüten genutzt wurden, alles in Ordnung ist, haben wir rechtzeitig vor dem Start der Brutsaison nach dem Rechten gesehen.


Speziell entlang der Thermenlinie im Wienerwald gab es nämlich durch den Eisbruch Anfang Dezember 2014 zum Teil beträchtliche Schäden.

Die Nistkästen des Habichtskauz-Projektes waren glücklicherweise nicht davon betroffen. Sie befinden sich nach wie vor in einem guten Zustand und harren darauf Brutpaaren Obdach zu gewähren.



Wie schon im letzten Newsletter des vergangenen Jahres berichtet, gab es u. a. einige Habichtskauz-Sichtungen in der Steiermark, und zwar südlich von Bruck an der Mur, in Judenburg und an der slowenischen Grenze im südsteirischen Weinland.

Die großen Eulen lassen sich aber auch gern an einer anderen Grenze blicken. Seit 2012 tauchen sie regelmäßig in Ungarn unweit des Burgenlandes auf.

Grund genug, um die Kontakte in unser Nachbarland zu intensivieren. Bei einem Treffen mit ungarischen Vogelexperten im Februar wurde die Basis für eine hoffentlich fruchtbare Zusammenarbeit gelegt. Sowohl auf ungarischer als auch österreichischer Seite gibt es Pläne weitere Nistkästen aufzustellen. Momentan sind unsere ungarischen Kollegen gerade damit beschäftigt, geeignete Standorte dafür ausfindig zu machen.
Am "runden Tisch" mit dabei: G. Laki, A. Schmid, M. Vaczi, A. Gruber, F. Udvardy & R. Zink.

Auf österreichischer Seite gibt es im Burgenland bereits 14 Nistkästen. Und es sollen noch mehr werden. Dafür treten wir gerade in Kontakt mit verschiedenen Grundeigentümern, um ihnen die Naturschutzarbeit schmackhaft zu machen.

Unser Ziel ist es, die heimischen Bestände mit jenen rings um Österreich zu vernetzen. Ungarn stellt dafür eine ideale Brücke dar, um auch weiter in den Süden, nach Kroatien und Slowenien die „Habichtskauz-Fühler“ auszustrecken.




Aus der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee und dem Tiergarten Wels haben wir bereits freudige Nachrichten erhalten. Die ersten Habichtskäuze aus unserem weitläufigen Zuchtprogramm haben schon zu brüten begonnen!

© EGS / Stefan Knöpfer
Für die meisten ist es aber noch ein wenig zu früh. In den nächsten ein, zwei Wochen sollten dann aber viele unserer Zuchtpaare nachziehen.

Wir hoffen, dass auch heuer wieder zahlreiche Jungkäuze schlüpfen, die den freilebenden Habichtskauz-Bestand unterstützen. Zur Erinnerung: Im letzten Jahr konnten wir 17 Vögel im Biosphärenpark Wienerwald und 18 Vögel im Wildnisgebiet Dürrenstein freilassen. Wir sind gespannt, wie viele es heuer werden.



Ende Februar erfolgte erstmals die Montage eines Nistkastens in einem naturnahen Hangwald in der Wachau. In einer Testphase wollen wir herausfinden, inwiefern sich dieses Gebiet für den Habichtskauz erschließen lässt.

Herzlichen Dank an dieser Stelle an Herrn Tucek, auf dessen Initiative nicht nur dieser Nistkasten angebracht, sondern auch eine Webcam installiert wurde.

Generell wären Webcams an den Nistkästen eine großartige Ergänzung für das Habichtskauz-Projekt. Wie das aussehen könnte und welche spannenden Einblicke eine Kamera in das Leben der Vögel gewährt, das zeigen die Webcams der Estnischen Ornithologischen Gesellschaft. Sie wurden sowohl in der Nisthöhle als auch am Eingang des Nistkastens montiert und lassen Vogelinteressierte per Direktübertragung am Brutgeschehen eines Waldkauzpärchens teilnehmen.




Immer mehr Partner beteiligen sich an der Habichtskauz-Wiederansiedlung in Österreich. Mittlerweile mit an Bord der Nationalpark Kalkalpen.

Die hauseigene Nationalpark Tischlerei fertigte Anfang des Jahres insgesamt acht Holz-Nistkästen an und montierte sie danach an ausgewählten Standorten.

© NP Kalkalpen

Da der Nationalpark Kalkalpen genau zwischen Slowenien und dem Bayerischen Wald liegt, stellt er einen besonders wichtigen Trittstein für die Vernetzung der Habichtskäuze dar.

Er bietet den großen Waldeulen mit seinen alten Waldbeständen und dem hohen Rotbuchenanteil außerdem einen idealen Lebensraum. Ein Lebensraum, der sich weitgehend frei vom Einfluss des Menschen entwickeln darf.

Es könnte also in durchaus absehbarer Zeit wieder natürliche Bruthöhlen geben. Einstweilen aber helfen die Nistkästen aus.

© NP Kalkalpen




Der aktuelle Newsletter des Biosphärenpark Wienerwalds, der die Heimat vieler „unserer“ Habichtskäuze ist, berichtet u. a. über die Wiederansiedlung, zieht eine positive Zwischenbilanz und veranstaltet ein Gewinnspiel.

Unter allen Teilnehmern wird das Habichtskauz Kinderbuch „Annas Weg in die Freiheit“ verlost.

Wer daran teilnehmen und eines der drei Bücher gewinnen möchte, findet im Biosphärenpark Newsletter alle notwendigen Infos dazu.












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