16.12.2015

Sehr geehrter Herr Max Muster!

2015 war geprägt von einem Wechselbad der Gefühle. Während für die Wienerwald-Habichtskäuze die Brutsaison leider ins Wasser fiel – aufgrund des Futtermangels gab es lediglich in einem Nistkasten eine Brut – herrschte weiter westlich Feierstimmung. Und die bessere Nahrungsverfügbarkeit in den Voralpen hat sich auch prompt im Brutergebnis niedergeschlagen.
Dementsprechend konnte das Wildnisgebiet Dürrenstein über das erfolgreichste Jahr seit dem Start der Wiederansiedlung jubeln. 7 gesicherte Reviere und 4 Bruten ließen sich nachweisen. Doch dem nicht genug: Bei 2 der 4 Bruten handelte es sich zum ersten Mal in der Geschichte der österreichischen Habichtskauz-Wiederansiedlung um Bruten auf natürlichen Nistplätzen! Die Baumhöhlen von zwei Rotbuchen fungierten dafür als Schauplatz.
Und auch im kommenden Jahr stehen die Vorzeichen – speziell für das Alpenvorland – wieder sehr gut.

2016 geht die Habichtskauz-Wiederansiedlung bereits in ihr achtes Projektjahr. So weit wären wir freilich nie gekommen, ohne die zahlreichen Helfer, die uns finanziell unterstützen, ihre Zeit zur Verfügung stellen oder praktisch mit anpacken. Herzlichen Dank für das große Engagement!

Allen Freunden des Habichtskauzes möchten wir frohe Weihnachten und einen guten Start in ein glückliches und gesundes Jahr 2016 wünschen,

Ihr

Richard Zink
Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, VetmedUni Wien


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Für Habichtskäuze ist es nicht wesentlich, mit einer schlanken Taille die Feiertage zu überstehen. Ganz im Gegenteil. Sie müssen für die langen Wintermonate gewappnet sein und bringen gegenwärtig gewichtige Rekorde auf die Waage.
Ein Weibchen, das im Juni 950 Gramm wog, hat nun im Dezember satte
1.770 Gramm
. Bei den Männchen liegt das Verhältnis Sommer zu Winter etwa bei 700 Gramm zu 1.200 Gramm. Das bedeutet fast eine Verdoppelung des Körpergewichts! Gegenwärtig sind die Käuze aber im „Fastenmodus“. Sie sind einfach randvoll. Auch in den Volieren wird das Futter jetzt kaum noch beachtet.
Abgesehen vom eigenen Überleben, dürfte die Größe der Fettpolster auch ausschlaggebend für den Bruterfolg im darauffolgenden Frühjahr sein. Wer noch genug Fett gespeichert hat, schreitet eher zur Brut und ist eher erfolgreich als jene die „zu sehr auf ihre Taille geachtet haben“.

Foto © Richard Zink




Der Habichtskauz-Nachwuchs hängt immer stark vom Futterangebot ab. Wenn die Bäume viele Früchte hervorbringen, floriert die Kleinsäugerfauna und entsprechend brutfreudig sind auch die Habichtskäuze.







Foto © Christine Sonvilla
Dieses Jahr war österreichweit ein Mastjahr bei der Fichte. Für den Wienerwald, in dem die Buche der Taktgeber ist, wird sich dieses üppige Futterangebot im folgenden Jahr 2016 aber nicht maßgeblich auswirken. Im Alpenvorland, etwa im Wildnisgebiet Dürrenstein und im Bereich der Kalkalpen, wo der Fichtenanteil wesentlich höher ist, verspricht das kommende Jahr allerdings abermals ein gutes Kauz-Jahr zu werden.



Das Wildnisgebiet Dürrenstein erprobt gerade einen neuen Nistkastentyp, der im Bayerischen Wald bereits erfolgreich im Einsatz ist. Anstatt eines Einflugloches verfügen die neuen Nistkästen nun über 3 Einfluglöcher.
Mehr Einfluglöcher bedeuten zwar auch einen größeren Einfluss der Witterung auf die Brut – was sich negativ auswirken könnte – sie bedeuten aber auch, dass das brütende Weibchen einen besseren Überblick hat, in den Tagen vor dem Ausfliegen mehr Junge gleichzeitig in den Einfluglöchern sitzen können und dass es Fluchtwege gibt, wenn ein Eindringling den Nistkasten erklettert. Außerdem erleichtern die zusätzlichen Einfluglöcher die Kontrolle des Nistkastens, weil mehr Licht ins Innere dringt.
Die Vorteile scheinen zu überwiegen. Im nächsten Frühjahr wird sich zeigen, wie gut die neuen Nistkästen von den Käuzen angenommen werden. Wir drücken die Daumen!




Anfang Dezember bekam das Habichtskauz-Projekt Besuch von drei Mitarbeitern des Őrség Nationalpark in Westungarn.
Aufgrund vermehrter Habichtskauzsichtungen in Westungarn möchte sich der Nationalpark nun stärker für die großen Eulen einsetzen. Noch ist allerdings unklar, ob es in diesem Bereich, an der Grenze zum Burgenland, auch tatsächlich Brutpaare gibt. Um dies in Erfahrung zu bringen, montierten unsere ungarischen Kollegen bereits 4 Nistkästen. Weitere sollen bald folgen.
Wir freuen uns sehr über diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit und sind schon gespannt auf die ersten Ergebnisse aus dem Nachbarland.




Über 380 Nistkästen stehen mittlerweile in ganz Österreich für die Habichtskäuze zur Verfügung. Das bedeutet gleichzeitig auch ein großes Stück Arbeit. Um festzustellen, wie gut die Nistkästen von den Eulen angenommen werden, gilt es sie natürlich zu kontrollieren. Ohne unsere ehrenamtlichen Nistkastenhelfer wäre diese Herkulesaufgabe nicht zu bewältigen. Ende November traf man sich um Erfahrungen auszutauschen. Ein herzliches Dankeschön an Alexandra Schlömmer für die Organisation der Veranstaltung!

Foto: Treffen der Nistkastenhelfer
Auch im kommenden Frühjahr sind wir wieder auf die Mithilfe dieser guten Seelen angewiesen. Und wir sind stets auf der Suche nach weiteren Helfern, speziell in der Steiermark, dem Südburgenland und in den niederösterreichischen Voralpen, etwa im Bereich Lilienfeld.
Wenn Sie das Team der Habichtskauz-Wiederansiedlung auf diese Weise unterstützen möchten, melden Sie sich bitte einfach per Email unter: habichtskauz@aon.at




Seit letztem Jahr gibt es die Abenteuer der Wiederansiedlung auch als Kinderbuch nachzulesen. „Annas Weg in die Freiheit“ erzählt die Geschichte der Habichtskauz-Dame Anna, von ihrer Geburt im Zoo bis zum ersten Jahr in den Weiten der Wälder.
Wer noch auf der Suche nach einem passenden Weihnachtsgeschenk für ein Kind ist, könnte mit diesem liebevoll gestalteten Buch genau richtig liegen.
Bitte melden Sie sich bei Interesse direkt an Theresa Walter vom FIWI.
Email: theresa.walter@vetmeduni.ac.at
Das Buch ist um € 9,50 exkl. Porto erhältlich.




Wenn Habichtskäuze schreiben könnten, hätten sie schon längst einen Brief ans Christkind verfasst. Was sie sich wünschen würden? Gutes Futter, schöne Farbringe oder etwa eine Taxifahrt quer durch Europa. Das Habichtskauzprojekt ist zwar schon weit gediehen, aber nach wie vor braucht es Ihre Unterstützung. Wenn Sie den großen Eulen auf ihrem Weg zurück helfen möchten, würden wir uns über Ihren Beitrag sehr freuen.
Mit € 10,- finanzieren Sie 5 Farbringe zur Wiedererkennung der freigelassenen Käuze.
Mit € 25,- finanzieren Sie die nötige Eisenware für eine Nistkastenmontage.
Mit € 50,- finanzieren Sie ein Monat hochqualitatives Futter für ein Habichtskauzpaar.
Mit € 100,- finanzieren Sie den Transport eines jungen Habichtskauzes vom Ausland zum Freilassungsort in Österreich.
Eine weitere Möglichkeit zu helfen, besteht darin, die Patenschaft für einen Habichtskauz zu übernehmen. Wenn Sie daran Interesse haben, melden Sie sich doch einfach bei uns:
Email: habichtskauz@aon.at
Unsere Bankverbindung lautet:
VETERINÄRMEDIZINISCHE UNIVERSITÄT WIEN – UniCredit Bank Austria
IBAN: AT 74 1200 0514 3090 0401
SWIFT CODE: BKAUATWW

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